Was wir erreicht haben
Stellenabbau zählt zu den anspruchsvollsten Situationen für mittelständische Unternehmen. Neben der wirtschaftlichen Notwendigkeit entstehen häufig erhebliche Risiken für die Organisation: Wissen geht verloren, Vertrauen sinkt und die Leistungsfähigkeit lässt nach. Außerdem beeinflusst die Art und Weise eines Stellenabbaus direkt, wie ein Unternehmen als Arbeitgeber – intern wie extern – wahrgenommen wird.
Ein Maschinenbauunternehmen mit rund 540 Mitarbeitenden stand vor genau dieser Herausforderung. Aufgrund eines deutlichen Auftragsrückgangs musste die Organisation ihren Personalbestand anpassen. Gemeinsam mit zeag wurde der Stellenabbau aktiv gestaltet. Auf Basis einer fundierten Analyse wurden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die einen kontrollierten Personalabbau bei gleichzeitig stabiler Organisation und gesicherter Leistungsfähigkeit ermöglichten.
Ausgangslage
Der Spezialist für Verpackungsmaschinen entwickelt und produziert kundenspezifische Komponenten für den Maschinenbau. Entsprechend ist die Organisation geprägt von hoher Spezialisierung, eingespielten Abläufen und langjährigen Mitarbeitenden mit umfangreichem Erfahrungswissen.
Mit dem Rückgang des Auftragseingangs geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck. Die Geschäftsführung entschied, rund 12 Prozent der Stellen abzubauen. In mehreren Bereichen wurden Entscheidungen zunehmend vertagt, weil unklar war, welche Strukturen bestehen bleiben – Abstimmungen dauerten teils deutlich länger als zuvor. Besonders kritisch zeigte sich die Situation im Bereich Wissen: Viele zentrale Prozesse lagen bei einzelnen, erfahrenen Mitarbeitenden.
Die Herausforderung bestand somit nicht nur im Abbau selbst, sondern vor allem in der Frage, wie dieser umgesetzt werden kann, ohne die Organisation nachhaltig zu destabilisieren.
Stellenabbau über Kultur steuern
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich diese Phase so gestalten lässt, dass Vertrauen erhalten bleibt und Zusammenarbeit weiterhin funktioniert. Gerade in solchen Situationen entscheidet sich, wie glaubwürdig ein Unternehmen als Arbeitgeber wahrgenommen wird.
zeag stellte die Unternehmenskultur als zentralen Steuerungshebel in den Fokus – und Arbeitgeberattraktivität als entscheidenden Kontext für einen stabilen und reibungslosen Stellenabbau.
Wirkung: Stabilität trotz Reduktion
Der Stellenabbau konnte wie geplant, ohne operative Einbrüche, durchgeführt werden. Laufende Kundenprojekte konnten weiterhin planmäßig bearbeitet werden, und in kritischen Prozessen kam es nur vereinzelt zu Verzögerungen. Relevantes Wissen blieb erhalten, da Übergaben frühzeitig organisiert und Abhängigkeiten reduziert wurden. Durch das proaktive Erfassen von Unsicherheiten bei den verbleibenden Mitarbeitenden entstand mehr Orientierung – und damit auch mehr Sicherheit.
Die Positionierung der Arbeitgebermarke unterstützte diesen Effekt zusätzlich. Auch nach außen blieb das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv: Die Anzahl der Bewerbungen ging nicht zurück und schafft eine gute Grundlage dafür, künftig das Arbeitgebersiegel von TOP JOB zu erhalten.
Zentrale Erkenntnis: Kultur entscheidet über die Wirkung von Stellenabbau
Ein Stellenabbau wirkt unmittelbar auf die Unternehmenskultur und verstärkt bestehende Defizite im Miteinander – wie diese Fallstudie eindrucksvoll zeigt.
Durch die systematische Analyse der Organisation hat zeag die zentralen Hebel auf die Kultur während des Stellenabbaus sichtbar gemacht. Dies bildete die Grundlage dafür, dass die umgesetzten Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und nachhaltig im Arbeitsalltag verankert werden konnten. So bleiben Unternehmen auch in schwierigen Phasen – wie einem Stellenabbau – handlungs- und leistungsfähig.

